Die Anfänge der Legasthenieforschung

Die ersten Publikationen über Legasthenie wurden im vorigen Jahrhundert registriert. Immer wieder wurde es deutlich, dass es zuerst Ärzte waren, die sich um 1900 mit der merkwürdigen Erscheinung beschäftigten, dass im sonstigen geistigen Leistungsbereich unauffällige Kinder nicht im Stande sind, mehrsilbige Wörter zu lesen und nach Diktat richtig zu schreiben.

Der Neurologe Kussmaul, ein von der Problematik der Legasthenie betroffener Vater bezeichnete 1877 dieses Phänomen als „Wortblindheit“.

(Dieser Definition schlossen sich Morgan und Hinshelwood 1896 an).

Die Erkenntnis, dass wenn man erwachsenen „Alektikern“2 Bilder vorlegte, die sie eindeutig bezeichnen konnten, bei besagten Erwachsenen die Benennung von Buchstaben und einfachen Wörtern große Schwierigkeiten bereitete, versetzte viele Ärzte in Erstaunen.

Die Schwierigkeit des Lesens konnte im allgemeinen nicht als „Schwachsinn“ erklärt werden, wobei allerdings die Abgrenzung zwischen „normaler“ Intelligenz und Schwachsinn subjektiv beurteilt wurde.

So bürgerte es sich ein, der durch Hirnverletzungen erworbenen, die „angeborene Wortblindheit“ gegenüberzustellen.

2 Ranschburg P. unterscheidet zwischen „Legasthenie“ und „infantiler, optischer Leseunfähigkeit oder Alexie“.

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